Dienstag, 8. November 2011

Nachtrag

Was man in Dublin so machen kann, wenn man schon mal da ist. Ein Nachtrag für Mademoiselle Groth.


Wenn man mal eben durch Dublin reist und sich überlegt, was man denn auf der Durchreise fix machen könnte, dann gibt es hier ein paar Vorschläge für Menschen mit geringem Budget.

1. Museum


Viele Museen in Dublin sind kostenlos, so zum Beispiel die National Museen. Dazu gehören das Archäologie Museum und das, naja, Naturkundemuseum. Letzteres ist aber nur eine Zurschaustellung ausgestopfter Tiere und ein wenig gruselig als solche. Das Archäologie Museum in der Kildare Street 2 ist aber wirklich interessant und wenn man die Muße hat, sich mit den Texttafeln zu befassen, erfährt man so einiges über die Vorfahren der Iren.

2. Stadtführung


Sowohl um 11.00 Uhr als auch noch einmal um 13.00 Uhr Ortszeit beginnt an der City Hall die kostenlose Walking Tour von "Sandemans New Europe". Die geht zwar drei bis vier Stunden, aber man kann sich ja erstens jederzeit heimlich abseilen und zweitens ist die Tour wirklich empfehlenswert. Die Guides arbeiten auf Spendenbasis und legen sich dementsprechend ordentlich ins Zeug um am Ende ein wenig Geld zu bekommen. Ich wurde prächtig unterhalten und die fünf Euro, die ich dann gespendet habe, sind nichts im Vergleich zu den 16 €, die eine professionelle Tour verlangt.

3. Parks


Schön zentral liegt der Stephens Green Park. Wenn das Wetter schön ist und man sich ein wenig ausruhen möchte, kann man sich dort auf einer Parkbank niederlassen und den Schwänen auf dem See beim rumalbern zuschauen. Manchmal gibt es auch seltsame Veranstaltungen im Park, dann flöten fünf Indianer Pan oder die Araber tanzen was vor. Das ist auch...nett.


4. Essen


Hier muss ich von der Low Budget Schiene runter, denn für wenig Geld gibt es in Dublin leider kein gutes Essen, sondern nur Fritten. Wer aber mal den ungelogen besten Burger der Welt mampfen will, der steckt sich fünfzehn Euro in die Hosentasche und geht zu Jo' Burger in der Lower Rathmines Road. Nicht nur ist die Einrichtung dem Kopf eines Edelpunks entsprungen, auch legt ein DJ Musik auf, während man mit dieser Burgerperle konfrontiert wird. Man darf zwischen drei Sorten Fleisch wählen, dann den Zubereitungsstil bestimmen und findet dann noch so tolle Sachen wie selbstgemachte Limonaden, Curly Fries und Knoblauchmayo in der Karte, die übrigens in einem alten Comicbuch dargereicht wird. Diese Investition lohnt sich.

5. Einkaufen

Einkaufen kann man in Dublin gut, denn ständig beginnt irgendwo ein Schlussverkauf. Es gibt eine Menge Einkaufzentren, wie etwa das Stephens Green gleich neben dem Park. Über die Grafton Street sollte man auch mindestens einmal drüber gelaufen sein, nicht nur wegen Marks & Spencers und dem Disney Laden, auch wegen den Millionen von Kleinkünstlern, die auf der Straße ihre Talente beweisen: Lebende Statuen, Sandbildner, Seifenblasenmacher und natürlich die vielen, vielen Musiker, die auf Wunsch auch "Falling Slowly" nachspielen können.

Wer neben dem Mainstream einkaufen gehen möchte, geht in die Charity Shops. Der einschlägigste, aber auch teuerste, ist natürlich der Oxfam Laden, aber es gibt noch viele, viele mehr und ein geübtes Auge erkennt sie auch schnell. Diese Läden erhalten ihre Ware (Kleidung, Bücher, DVDs, Schallplatten und Schnickschnack) aus Spenden und verkaufen sie zu geringem Preis. Der Erlös kommt dann guten Zwecken zugute. Da hat also jeder was davon und nicht selten findet man in so einem Laden ein echtes Juwel.

Wer mehr Geld ausgeben möchte und dafür schönes Design wünscht, der sollte sich im Avoca in der Suffolk Street umschauen. Hübsche Mitbringsel, süße Bücher, Tassen, Kannen, Regenmäntel - es ist ein buntes Gemisch in schöner Aufmachung, welches hier feilgeboten wird. Dafür leider etwas teurer als die gleichfalls schönen Dinge aus dem Penneys, dafür von höherer Qualität.


6. Sehenswürdigkeiten

Wer unbedingt die typischen Attraktionen anschauen möchte, der schnappt sich einfach eine der kostenloses Stadtpläne, die in jeder Toursiteninfo herumliegen und arbeitet ab, was darauf zu sehen ist: City Hall, Dublin Castle, Post Office, etc.. Wenn man dazu noch etwas erfahren will, lädt man sich einen der Podcasts herunter und läuft mit diesem kostenlosen Audioguide durch die Straßen Dublins. Vorher sollte man allerdings den Weg genau auf der Karte anschauen, sonst muss man immer den Podcast anhalten und schauen, wo es überhaupt lang geht - das kann etwas frustrierend sein. Aber hey, it's for free!


Das ist nun alles, was mir  für Kurzaufenthalte einfällt. Wer bis zum Abend und sogar über Nacht bleibt, der sollte im Abraham House in der Gardiner Street ein Bett im Schlafsaal buchen und nicht unweit davon in der Talbot Street im Celts einen Cider trinken, wo ab neun Uhr auch Musik gemacht wird.

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