Montag, 12. September 2011

Ein Fall für Alexander Hartdegen

"Wenn ihr heute heim geht und nur gelernt habt, dass weder Guiness, noch Kobolde das Nationalsymbol Irlands sind, dann war das ein erfolgreicher Tag für mich. Vergesst die Geschichte, die erfinde ich nur zum Spaß.", sagt Dave und wir lachen. Dave arbeitet für new europe, er führt uns beinahe vier Stunden lang durch Dublin, kostenlos. Ein Trinkgeld zum Ende der Führung ist alles, was wir zahlen dürfen, wenn wir möchten. Wir ziehen durch die Stadt, zur City Hall, zum Dublin Castle. Hier erfuhr man damals vom Aufstand der Iren, der am Ostersonntag stattfinden sollte, aber nicht kam. Daraufhin gab man am Ostermontag allen Soldaten frei und deshalb schafften es neunzehn irische Rebellen, die beiden Bauwerke im Nu zu besetzen. Aber das Glück war ihnen nicht lange hold. Großes Blutvergießen. Sechzehn Todesurteile.



Dave erzählt von Swifts bescheidenem Vorschlag (a modest proposal) an die Aristokraten, die Iren mögen doch ihre Kinder essen. Von der kurzen Zeit, in der Irland ein wohlhabendes Land war und in der Geld auf Bäumen wuchs. Er wettert gegen die Bebauung der Stadt, gegen die hässlichen Bauten des Brutalismus, die einfach neben klassische Perlen der Architektur gepflanzt wurden. Er weiß, wo das schönste Buch der Welt zu finden ist und schüttelt den Kopf über die Vernichtung einer gigantischen Ausgrabungsstätte, die plattgewalzt wurde, um ein nichtssagendes neues Gebäude zu errichten. Er erklärt uns, warum die Justitia vor dem Schloss keine Augenbinde trägt und erzählt, dass eine lange Weile lang nicht einmal ihre Waagschalen ausgeglichen waren, weil der Niederschlag sie aus der Balance gebracht hatte. Die Führung ist spannend und sie muss es sein, denn wer von Trinkgeldern lebt, muss sich den Wolf reden.

Es ist mein letztes Wochenende im Touristenstyle. Ab Montag ist nur noch die Zulassungsarbeit von Bedeutung, da gibt es kein entspanntes Schlendern mehr. Dafür ist dieses Wochenende mit Perlen bestickt. Die vierstündige Führung, Abendessen bei Jo'Burger, wo es die besten Burger der Stadt gibt. Am nächsten Tag ein Ausflug mit der DART nach Howth, Dublins Halbinselchen, wo es famose Fish&Chips und einen Leuchtturm gibt, nicht zu vergessen das Meer, die Schiffe und die Angler. Von denen fängt einer sich aus Versehen keinen Fisch, sondern eine Seemöve, die gar nicht weiß, wie ihr geschieht. Sie an Land zu ziehen und zu entknoten wird zu einem Kraftakt für den armen der Angler, der schließlich sogar seine Angelschnur zerreißen muss, um das Vogelvieh zu befreien. Der Sonntag Abend dann im "Celts", einem Pub gleich in der Nähe des Abrahams, wo eine Band zwischen traditionellem Liedgut und neueren Songs gekonnt hin-und her wechselt. Es wird ein wunderbares Wochenende und es ist viel zu schnell vorüber.



Ehe ich mich versehe, sitze ich wieder in der Bibliothek und tippe mir die Finger wund. Neben mir, wie könnte es anders sein, sitzt ein schlecht riechender Mann. Nicht mein Kumpel von letzter Woche, aber die geben sich offensichtlich die Klinke in die Hand, nur, um mir auf den Keks zu gehen.

Ach, hätt' ich doch Hartdegens Zeitmaschine, ich würde die Uhren galant zurückdrehen und mein Wochenende immer wieder und wieder erleben, durch Dublins Straßen hopsen und singen von Molly Malone, vom betrunkenen Schotten und von Whiskey im Krug...

Psychotest! Was seht IHR in diesen Wolken???





5 Kommentare:

  1. Das Wochenende hört sich prima an, das war sicher sehr interessant und kurzweilig.
    Die Stinker in der Bibliothek müssten allerdings nicht sein... Die sollen sich neben jemand anderen setzen !
    Zum Psychotest: spontan fällt mir bei Nr. 3 ein liegendes Seepferd ein, bei der 4 sehe ich ganz eindeutig ein Herz

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  2. Na das hört sich ja toll an! Und warum hat Justitia keine Augenbinde?
    Anyway - Hoffentlich konntest du schön Power tanken für die Arbeitswoche, die vor dir liegt.
    Der Whiskey in the Jar - Link funzt nicht, would you correct that?
    Pass auf dich auf.

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  3. Weil sie nicht blind ist, sondern Fan von den Obrigkeiten, deshalb hat Justitia keine Augenbinde ;-) Und Wolke drei und vier hab ich genauso gesehen.

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  4. ein herz, ein Schwan, ein T, ein Pegasus und eine Schildkröte, Nr. 4 ist ein etwas^^

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  5. @ Isa : In welcher Reihenfolge muss ich das denn lesen?

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