Montag, 15. August 2011

Hurling around

Samstag. Wochenende. Ausschlafen. Schön.

Der Tag beginnt um neu Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück, einer langen Internetsession und dem Abschied von Isaidi. Der ist natürlich nicht so schön. Isaidi reist weiter nach Spanien und nach zwei Wochen mit ihr fühlt sich das an, als würde eine langjährige Freundin das Land verlassen. Sie wird gegen Elf von einem Freund abgeholt und ich winke ihr traurig nach. 

Mein Plan: Croke Park Museum. Heute ist kein Spieltag, also ab in die Ausstellung. Ich bin zu geizig um den Bus zu bezahlen, also laufe ich die Strecke - mittlerweile sind meine Tageskilometer ziemlich hoch, den Bus nehme ich nur,w enn es zu wirklich entlegenen Plätzen geht und die Laufzeit sonst eine Stunde betragen würde. 

Im Croke Park zahle ich 4,50 Euro statt 6 Euro, weil ich Student bin. Das geht auch mit einem deutsche Ausweis problemlos, eigentlich glauben sie es einem auch ohne jeglichen Beweis. 

Also bin ich im Croke Park Museum und erforsche irische Sportarten. Und die gibt's wohl schon ziemlich lange, Zeitdokumente aus dem 18.Jahrhundert erwähnen bereits das Hurling, eine Art Hockey, nur komplett anders. Hier ist Sport nicht einfach nur Sport, es ist Politik, es ist Poesie, es ist Tradition. Gedichte über das Hurling hängen an der Wand, ein Film berichtet, wie der Krieg auf den Sport wirkte und wie irische Kriegsgefangene Footballteams im Gefängnis gründeten. Wann auch immer Irland okkupiert wurde, versuchten die Herrschenden, die Gaelic Sports zu verbieten, immer wieder haben sich die Iren vehement geweigert, ihre Spiele zu unterlassen. 

Während der Unabhängigkeitskriege dann der Bloody Sunday, auch im Croke Park wird geschossen, vierzehn Menschen sterben.

Hurling, Gaelic Football, Handball, Camogie. Hier gibt es Einiges zu lesen für mich. Spielausschnitte aus den Championships der vergangenen Jahre werden gezeigt, der berühmteste Sportreporter wird in einem der Räume gewürdigt, an einem Panel kann man auf Knopfdruck die Highlights des Gaelic Football anschauen, geordnet nach Jahren oder Bezirken. Ich schaue mir die Meisterschaft von 1984 an.



Auch Triviales findet sich an den Seitenwänden, skurrile Geschichten aus der Welt des Gaelic Sport:

In einem unentschiedenen Hurlingspiel 1985 zerbarst der Ball, fünf Minuten vor Spielende. Niemand hatte einen Ersatz parat.

Meath war 1911 für 20 Minuten Meister, da der Gegner Kilkenny nicht aufgetaucht ist. Dann kamen sie aber doch noch an und rissen den Titel an sich. Pech für Meath.

Nach einem Unentschieden in der Meisterschaft ist ein Rückspiel als Entscheidungsspiel notwendig. Ein solches Rückspiel fand einmal 35 Jahre nach dem eigentlichen Meisterschaftsspiel statt - die Spieler waren Söhne der Spieler des ersten Spiels.

Einmal hat ein Schiedsrichter vergessen, einen Ball zu einem Match mitzubringen und im proppevollen Stadion war auch kein einziger Ball zu finden. Ein Zuschauer wurde in die Stadt geschickt, um einen Ball zu kaufen. Das auf 13 Uhr angesetzte Spiel wurde erst um 19 Uhr ausgetragen. 

Ich erfahre etwas über die Helden, Spieler, die Unsummen von Medaillen und Pokalen gewonnen haben.  Über Scór, einen irische Tanz - und Gesangswettbewerb, der ebenfalls von der GAA als Sport betrachtet und gefördert wird. 

Und ich darf mich selbst beweisen. In einer Do-it-yourself Area kann man Hurlingbälle fangen, Balance üben, High Catches ausführen und gegen Torwände schießen oder auf Zielscheiben hurlen.



Ich bin eine Niete. Aber es macht Spaß.

Nach drei Stunden verlasse ich das Museum und fühle mich sehr schlau.
Nur eine Sache bekam ich leider nicht erklärt: Die genauen Spielregeln.
Die muss ich wohl daheim noch mal auf Wikipedia nachschlagen ...

2 Kommentare:

  1. Der Hurling-Link ist kaputt :( "Das Video ist in deinem Land nicht verfügbar" Vielleicht findest du da einen anderen...
    Anyway, das sieht ja alles sehr spannend aus und die trivialen Infos waren erfrischend. Das Musik-Video hat mich sehr gefreut, das ist ja sogar mit Bódhran!
    Die Regeln für Gaelic Football kann ich dir erklären, das dauert allerdings mindestens ne halbe Stunde / ein Guinnes.
    So long.

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  2. Oje. Da gibt es aber keinen besseren Link. Das ist ja blöd.

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