Mittwoch, 17. August 2011

Schweine in Irland gehen links im Pub pissen

Vier Freunde sitzen mit uns an der Liffey, vier Freunde, die ihren Ursprung in einer Art Apfelsaft haben, vier Freunde, die wir gerade bei Marks & Spencers, dem schönsten Lebensmittelladen der Welt, erworben haben. An der Liffey ist es schön.
Wir reden über die Creche, über die Gasteltern von Maxi und Jessica, über dieses, über jenes. Es ist "das wahre Get-to-know-each-other", dass wir hier vollführen und zu einem solchen muss man immer etwas Alkohol trinken, auch wenn das in der Dubliner Öffentlichkeit gar nicht gern gesehen ist.

Eigentlich wollten wir Wolle kaufen. Ich hatte Alice gebeten, uns mehr Verantwortung in der Creche zu geben und sie hat prompt gemeint, wir könnten uns an der Vormittagsgestaltung beteiligen, so wie Maxi das schon immer gemacht hat. Also wollen wir Wollebilder mit den Kindern kleben. Der Wolleladen hat aber zu, deshalb sind wir auf der Suche nach Alternativen durch die Läden gestreift und haben jetzt Schwämme, Stahlwolle und kleine Saugnapfgebilde besorgt, mit denen die Kinder dann morgen in der Farbe rumpatschen können um ihre Bilder zu gestalten.

Danach war uns nach Cider, danach war uns nach Sitzen und so strandeten wir an der Liffey mit dem festen Entschluss, mal eben den assozialen Touristen zu geben - mit der Dose in der Hand sitzen wir also da und regen uns über unseren Arbeitsplatz auf. Dort bekommen wir nämlich langsam dumme Blicke und Bemerkungen vor den Latz und das geht nun echt zu weit. Als unbezahlte Arbeitskraft muss man sich ja auch nicht alles gefallen lassen. Da aber die Iren nie sagen, was ihnen nicht passt, sondern immer nur ihr Gesicht verrät, ob überhaupt etwas im Argen ist, hat man überhaupt keine Chance, mal zu einer Konfliktlösung zu kommen. Also, was tun? Überhaupt was tun? Wir wissen es nicht.

Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben, bald ist das Thema erschöpft und wir reden von wichtigeren Dingen. Buchtiteln zum Beispiel. Ob ich meinen Blog ausdrucken, zum Buch binden und unter dem Titel "Schweine in Irland gehen links im Pub pissen" nennen soll? Die Schweine sind wir und links in den Pub gehen wir auch fast, dann erscheinen uns die Toiletten im Burger King aber attraktiver. Dort verlieren wir auch gleich unsere "Assozialer Tourist"-Medaille, denn die aufgedonnerten Mädels, die betrunken die Treppe raufklettern, die schlagen uns um Längen. Schade.

Gegen neun komme ich zurück ins Hostel und stelle fest, dass ich die Kroatinnen, die ihr Gepäck abholen wollten, vollkommen vergessen habe. Das war aber wohl kein Problem, weil die Österreicherinnen da waren und sie hereingelassen haben. Glück gehabt.

Die Dusche gibt Wasser, und das ist nicht selbstverständlich, denn am Tag zu vor war das ganze Hostel einmal wasserfrei. Deshalb fange ich auch gar nicht erst das Klagen an, weil das Wasser nur lauwarm zu haben ist, die vorhergegangene Entbehrung hat mich das Wenige zu schätzen gelehrt.

Und auch die Spinne, die ich am Vortag in der Duschwanne gefunden habe, konnte ich erfolgreich ersäufen.
Das ist doch mal was.

Positiv denken.


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