"Zoovenirs!" steht auf dem Schild. Haha! Blöder Kalauer. Ich bin im Zoo. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Als ich das Haus verließ, wollte ich in die Charity Shops. Als die geschlossen waren, wollte ich ins Marks & Spencers. Als das auch nicht auf war, wollte ich nur in den Phoenixpark und dort angekommen dachte ich mir: Jetzt biste hier, jetzt kannste auch in den Zoo gehen. Und so kam es dann - trotz horrender Eintrittspreise.
Besser hätte ich es in meinem leicht angeschlagenen Zustand gar nicht treffen können, denn hier ist es schön, hier kann man die Seel etwas baumeln lassen und es wird nicht langweilig dabei, denn Tiere sind zum piepen. Ich schaue einem Tiger dabei zu, wie er einen kleinen Teich umkreist, in den ein Stück Fleisch bei der Fütterung gefallen ist. Wie kommt man jetzt da ran, ohne sich nass zu machen? Aus der Umkreisung wird Tuchfühlung, aus der Tuchfühlung ein nasser Tiger. Und immer noch kein Fleisch, denn dafür müsste der arme Kerl tauchen. Aber das Vieh ist hartnäckig. Bewundernswert hartnäckig. Der bleibt da dran und wir schauen zu.
Auf einer Insel hocken Lemuren im Baum und wenn denen mal danach ist, dann fangen die an, überlautstark zu gurren - wenn man nicht drauf vorbereitet ist, erschrickt man sich da ganz schön. Ebenso gut könnte ein Schwarm böser Krähen über einem in den Zweigen sitzen, die Stimmung erinnert an McBeth und zahlreich schauen Eltern besorgt nach oben. Ob da jetzt eine Attacke kommt? Wohl eher nicht.
Ich schlendere von Gehege zu Gehege, der Zoo ist riesig groß und hat sogar eine künstliche Savannengegend für all die afrikanischen Tiere. Ich sehe zum ersten Mal eine Giraffe leibhaftig vor mir stehen und bin verzückt von so viel Schönheit und Eleganz. Wie die läuft! Bezaubernd.
Es geht weiter zu Elefanten, Flamingos, zu Nashörnern und Pinguinen, Leoparden, Schlangen, Nilpferden... die längste Zeit stehe ich am Becken der Seelöwen, die sich einfach nur ganz und gar albern benehmen. In mir reift die Ahnung, der Dixieland Jazz in seiner Urform müsse von den Seelöwen erfunden worden sein, denn jazzig und trompetig quirlen die durch das Wasser, dabei nach menschlichen Maßstäben grinsend.
Drei Stunden lang spaziere ich umher, zu meinem Glück war ich ein früher Gast, am Nachmittag brechen Großfamilien und Japaner mit Japanern in den Zoo ein, da wird es mir zu dumm. Gelohnt hat es sich aber doch und das der Fußmarsch in den Phoenixpark selbst schon eineinhalb Stunden dauert, kann ich deshalb verschmerzen.
Auf dem Weg kaufe ich mir für 2 Euro eine Tasse - Präventivschlag gegen den Kindergarten...

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