Mittwoch, 10. August 2011

Milch und Tränen oder Milk and Cookies

Die Geschichte ist eine Allegorie, oder eine Metapher, oder ein Synonym. Sie handelt von einem irischen Elch, eigentlich von einem Mann, der ein Haus hat und das Haus hat einen Garten, also hat der Mann einen Garten und in diesem Garten ist ein Elch, ein irischer und wenn der Wind durch das Gras saust, dann kann der Mann den Elch durch den Wind sprechen hören. Ziemlich verzwickt. In dieser Geschichte verliert der Mann den Kontakt zur irischen Kultur. In einer anderen Geschichte erzählt eine gemeine Großmutter angsteinflößende Geschichten von Vätern, die ihre Tränen mit Milch vermischen und den Geistern geben, die sonst ihre Familien holen würden. So geht das immer weiter. Mal dreht es sich um Monster, Hexen, mutige Kinder, zu große Frauen, Geister. Dann wieder um Bikini-Oberteile, chinesische Kindernamen und warum es wichtig ist, schlau und ein wenig nervtötend zu sein.

Ich bin im „Dublin Exchange“ auf der Milk&Cookies Stories Veranstaltung. Kostenlos gibt es hier Kaffee, Tee, Milch und Kekse, am allerwichtigsten aber ist, es gibt hier Geschichten. Eine Veranstaltung für Geschichtenerzähler ist es und jeder darf mit seiner Geschichte auf die Bühne gehen. Viele haben Kekse von daheim mitgebracht, selbstgebackene, daher gibt es auch einen Preis für den besten Keks. 
Ich bin vollkommen von den Socken. Der Poetry Slam war ja bis jetzt schon eine tolle Sache, aber ein Event für das Erzählen von Geschichten, das ist so einfach und gleichzeitig eine so wunderbare Idee, dass ich sprachlos bin, leider. Mir, der großen Geschichtenerzählerin, fällt natürlich gerade nichts ein. Auch bei der pun competition (Wortspiel Wettbewerb) bin ich nichts wert, die anderen allerdings auch nicht wirklich. Zur pun competition wird aufgerufen, um die Jury für den besten Keks zusammenzustellen, der Plan ist wie folgt: Es gibt ein Thema und zu diesem Thema müssen sich die Opponenten Kalauer um die Ohren hauen, wem nichts mehr einfällt, der ist draußen. Die Moderatoren machen das am Beispiel „Käse“ vor: „We are turning blue over here“ (Wir fangen schon das schimmeln an), „This is getting too cheesy“
Aber keiner traut sich. Ich erst recht nicht, denn das geht nun wirklich über meine Kompetenzen hinaus. Die Moderatoren brechen die Aktion gerade ab, da kommtvon der Kaffeebar noch der Ruf: „Don’t give up, they just need time to mature!“ (Gib nicht auf, die brauchen nur Zeit zum reifen!) Der Saal lacht sich schlapp, die Stimme legt nach: „Now come and bear it!“ (Mein Favorit)

Trotzdem traut sich niemand und so wird das Konzept geändert, die ersten drei, die zum Thema Fisch ein Wortspiel rufen, sind in der Jury. Ich höre nur irgendwelche irischen Dialektsprecher von Karpfen und Angeln sprechen, dann ist die Jury gefunden und jene Jury findet dann auch einen wohlschmeckenden Keks, der zum Sieger gekürt werden kann.

Körbe mit Keksen werden herumgereicht, ich sitze zwischen Isabella und Isaidi, mir ist leider schon ein wenig übel, deshalb halte ich mich am Kaffee fest und probiere nur die kuriosesten Kekse aus. Die beiden Venezuelas  verschwinden schon vor dem Ende, ich bleibe bis zum Schluß und wandere nach zehn noch durch die flauschige Abendluft Dublins ins Hostel zurück.



Ich habe an diesem Tag viel Spaß gehabt, mal einen Blick in die anderen Bereiche der Creche geworfen und mit German Jessica die Mittagspause verbracht, die Sonne schien uns auch lustig an. Ganz wunderbar. 

Aber die Milk&Cookies Story Nacht...

 Denny Crane.

1 Kommentar:

  1. Woah! Du gehst ja zu voll den coolen Sachen...
    Wie kamst du denn da dazu?

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